Europapreis des IPZ 2019 – Die Sieger stehen fest

Seit 26 Jahren verleiht das IPZ den Europapreis an Kommunen und Partnerschaftskomitees, die sich durch eine kontinuierliche Partnerschaftsarbeit oder durch besondere Projekte und innovative Ideen ausgezeichnet haben.In diesem Jahr gab es erstmalig neben einer Urkunde auch ein Preisgeld zu gewinnen. Bewerben konnten sich alle 388 Mitglieder soweit sie ein Partnerschaftsprojekt mit Begegnungscharakter im Kalenderjahr 2019 durchgeführt hatten. Die Jury und der Vorstand des IPZ bedankt sich bei allen Bewerbern für ihr Engagement, ihre Ideenvielfalt und ihren Beitrag zur Völkerverständigung. Am Ende der Jurysitzung am 10. Dezember standen folgende Sieger fest:

1. Stadt Detmold

2. Komitee für Europäische Verständigung Freigericht e.V.

3. Stadt Bocholt

Die Siegesprojekte werden in der Mitgliederzeitung „IPZ aktuell“ vorgestellt.

In den Jahren 2020 und 2021 wurde der Europapreis nicht ausgelobt, da aufgrund der Reiseeinschränkungen und Verbote interkulturelle Projekte mit Begegnungscharakter nicht möglich waren und somit Bewerbungen nicht zu erwarten wären.

Wir gehen von einer Ausschreibung im Jahr 2022 wieder aus.

Water – European Right and Responsibility – ein europäisches Miteinander

Die Stadt Detmold hat 45 europäische Jugendliche im Alter von 16-18 Jahren und 10 Teamleiterinnen und Teamleiter zu einer internationalen Jugendbegegnung aus allen Teilen Europas eingeladen. Die Jugendlichen kamen aus den Partnerstädten Detmolds: aus Savonlinna (Finnland), Saint-Omer (Frankreich), Hasselt (Belgien), Oraiokastro (Griechenland) und der befreundeten Stadt Verona (Italien) sowie aus den Partnerkreisen des Kreises Lippe: aus Kaunas (Litauen), Luzk (Ukraine) und Chodziez (Polen). Besonders eingeladen waren Jugendliche mit Einschränkungen oder geringen Chancen, die sonst vielleicht keine Mobilität erfahren und schlechtere Chancen auf die Bildung eines europäischen Netzwerkes haben.

Zusammenarbeit nicht nur als Team – als Europäische Nation

Gemeinsam hatten die Jugendlichen das Programm vorbereitet. Sie informierten und beschäftigten sich mit Themen, die in der Europäischen Gemeinschaft als auch in der Welt von großem Interesse sind. Das diesjährige Projekt beschäftigt sich mit dem Wasser: „Water: European Right and Responsibility“. Intensiv haben sie den Weg des Wassers von

 der Quelle bis in die unterschiedlichen europäischen Wasserhähne untersucht und überlegt, wie sie verantwortungsvoller mit dem kostbaren Gut, das keine Grenzen kennt, umgehen. Gleichzeitig haben sie sich mit Plastik im Wasser beschäftigt und nach Lösungen für das Müllproblem gesucht. Ziel war das bessere Verständnis für die Bedeutung des Wassers und weshalb die Ressourcen geschützt werden müssen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten bei dem Jugendaustausch die Möglichkeit den Umgang mit Wasser aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und europaweit miteinander zu diskutieren. Dabei standen Interviews mit Experten als auch Gespräche mit Politikern auf dem Programmplan. Sie diskutierten mit Politikern über den weltweiten Zugang zu Wasser und über die Wege für den Schutz der Wasserressourcen. Kritisch wurde auch das Thema Umweltverschmutzung und die Auswirkungen auf die Wasserressourcen überprüft. Wasserwerkseinrichtungen aus der Region wurden besucht und erkundet. Das gemeinsame Projekt des Wasserwerkes weckte bei den europäischen Jugendlichen großes Verständnis für die Wasseranalyse, Wasserhärte als auch den Versorgungsgebieten der Stadt. Viele weitere Aktivitäten in dem Bereich führten die Jugendlichen durch, unter anderem die Besichtigung der Werre, ein Fluss der Weser. Sie lernten welche Schwierigkeiten, Hindernisse als auch Aufgaben zu bewältigen sind, um den Fluss zu erhalten, dass er dem Ökosystem vom positiven Nutzen bleibt. Dadurch lernten sie das Thema besser kennen. In Workshops wurden die Jugendlichen darauf vorbereitet, die neuen Informationen kritisch zu analysieren und ihr Wissen gemeinsam weiter zu erweitern. Viele Vergleiche, Ideen zum Umgang, Nutzung so auch Versorgung von Wasser wurden aus ihren verschiedenen Herkunftsländern herangezogen.

Die Jugendlichen stellten sich in Präsentationen gegenseitig ihre Länder und Städte vor, erläuterten ihre Wassernutzung, ihre Wasserressourcen aus ihren Heimatländern.

„Unsere Zukunft liegt in Europa – Europa ist die Zukunft, jede andere Politik ist Vergangenheit“.

So fassen die Jugendlichen ihre Meinung zur EU zusammen

Das Jugendtreffen konzentrierte sich auf die Interessen und Ansichten junger Menschen, deshalb wurden sie auch voll in das Programm integriert. Durch die Debatten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in abwechselnden Gruppen wurde ihre Kommunikationsfähigkeit stark verbessert. Da sie aus allen Teilen Europas kamen, nutzten die Projektpartner als gemeinsame Sprache Englisch. Sie machten die Erfahrung, wie wichtig Englisch als Verbindungssprache ist und wie viel Spaß es machen kann, miteinander zu kommunizieren. So schmolzen sie mithilfe der englischen Sprache schnell zu einer fröhlichen europäischen Truppe zusammen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen u.a. mit dem ehemaligen EU-Abgeordneten Elmar Brok über die Politik der EU und die Anforderungen an die verschiedenen Länder. Sie tauschten diesbezüglich ihre eigenen Erfahrungen aus. Bei einem Besuch im Kreishaus bekamen sie Informationen über die Einflussmöglichkeiten des Jugendparlamentes auf die lokale Politik. Bewusste, verantwortungsvolle und aktive Einflussnahme auf die Umwelt und ein fortschrittliches Europa standen bei diesem Jugendaustausch im Fokus. Außerdem wurden die Jugendlichen motiviert, sich selbst aktiv in ihrer Heimat als Jugendanwälte in der Politik mit einzubringen. Dabei teilten sie ihre eigenen Erfahrungen mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die EU-Abgeordnete Birgit Sippel informierte die Jugendlichen über die europäischen Richtlinien und Anforderungen an die Mitgliedsstaaten und wird ihre Ideen und Eindrücke ins Parlament transportieren. So wurden mit Europas Jugend das Umdenken und die Gestaltung im Hinblick auf die Wasserressourcen für die Zukunft erarbeitet.

Auch die Erkundung Detmolds und Umgebung stand auf dem Programm der Jugendlichen, und so wurden die Adler im Freiflug bewundert, das Schloss und das Hermannsdenkmal besichtigt, zusammen gebowlt und währenddessen die geschichtliche Bedeutung des Cheruskers Hermann diskutiert. Der Jugendaustausch gibt den jugendlichen Europäern die Möglichkeit Menschen unterschiedlicher Herkunft kennenzulernen und so bekamen sie tiefe Einblicke in verschiedene Kulturen. Die Jugendlichen lernten voneinander. Sie entdeckten ihre kulturellen und sozialen Gemeinsamkeiten wie Unterschiede und wurden sich derer bewusst. Ihre Teilnahme an einer Jugendbegegnung vermittelte ihnen das Bewusstsein für eine europäische Bürgschaft. Die gesammelten interkulturellen Erfahrungen werden ihnen helfen, persönliche und berufliche Verbindungen in Europa zu halten und weiter aufzubauen. Für die Teilnahme am Jugendaustausch erhalten die europäischen Jugendlichen Youthpasses. Durch den Erhalt dieser Urkunden machen sie sich ihrer Lernerfolge bewusst und können so auch ihre berufliche Zukunft positiv beeinflussen.

Text, Logo und Foto: Stadt Detmold

 

Der Planet in deinen Händen.

Jeden Tag für die Zukunft unseres Planeten – nicht nur freitags

Das Projekt bestand aus der französisch-italienisch-deutschen Jugendbegegnung vom 7. bis 13. Juli 2019 in Freigericht. In den Blick genommen wurde der Themenkomplex „Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit“. Es wurde zu einer ganz besonderen Jugendbegegnung, denn neben den üblichen Aktivitäten des freundschaftlichen Miteinanders und den angeregten Diskussionen bauten die Jugendlichen einen „Pfad der Nachhaltigkeit“ auf, der für viele Jahre den Bürgern die Anliegen der Jugendlichen aus Frankreich, Italien und Deutschland vor Augen halten wird.

Die Jugendbegegnung stand ganz in der Tradition vergangener Begegnungen, die jährlich abwechselnd in Frankreich, Italien und Deutschland stattfinden. Die Gruppe bestand aus 24 Jugendlichen, davon 6 aus Frankreich, 6 aus Italien und 12 aus Deutschland. Tatsächlich waren 5 Jugendliche bereits seit mehreren Jahren in Folge dabei. Von Anfang an wurde auf eine gute Mischung der Nationalitäten und Geschlechter geachtet: In 6 Gruppen fanden sich jeweils ein Jugendlicher aus Italien und Frankreich sowie zwei aus Deutschland zusammen.

Ganz bewusst wurde der Großteil der Begegnung im Jugendzentrum Ronneburg abgehalten, so dass sich die Jugendlichen intensiv kennenlernen und ungestört zusammenarbeiten konnten. Mit dem Thema selbst rannten die Veranstalter bei den Jugendlichen offene Türen ein. Spätestens mit „Fridays For Future“ und der Galionsfigur Greta Thunberg ist Klimaschutz und nachhaltige Umweltpolitik ein Top-Thema bei Europas Jugendlichen.

So wie es sich in den letzten Jahren bewährt hat, konnten sich die Jugendlichen aus den drei Ländern bei Kennenlern-Spielen erst einmal beschnuppern. Danach ging es dann direkt zum Thema Klimakrise, eingeleitet durch den Film „Climate Warriors“ von Carl-A. Fechner. Die aufrüttelnde Rede Greta Thunbergs auf dem Klimagipfel in Kattowitz wurde mit Untertiteln in allen drei Sprachen präsentiert. In der anschließenden lebhaften Diskussion stellte sich heraus, dass es hinsichtlich der Einordnung und Ausprägung dieser Bewegung durchaus Unterschiede zwischen den drei Ländern gab. Anschließend stellten die Jugendlichen ihre eigenen, bereits vorab zu Hause erarbeiteten Präsentationen vor, in denen es neben der „Fridays for Future“-Bewegung insbesondere um alternative Energieerzeugung und

Abfallwirtschaft ging. Dabei wurden die Themen nicht nur allgemein betrachtet, sondern auch konkrete Beispiele aus den jeweiligen Gemeinden benannt. Die Sprache stellte dabei keine große Hürde dar: Teilweise wurde von zweisprachigen Jugendlichen übersetzt, teilweise wurde auf Englisch gesprochen.

Zentrale Programmpunkte der Jugendbegegnung

  • Kennenlernen Spiele, sportliche Aktivitäten
  • Energiefresser zu Hause – Praktische Erfahrungen sammeln durch eigene Versuche
  • Gemeinsamer Filmevent “Climate Warriors”
  • Gruppenevent zum Thema “Europa” – Besuch von Bürgermeister Eitz, Gespräche zu Europa, Gemeinde etc.
  • Fahrt mit der Solardraisine Überwaldbahn in 69483 Wald-Michelbach
  • Thema Umwelt: Vorstellung der Bilder zum Nachhaltigkeitspfad, Gespräch über Elektromobilität in der Gemeinde Erneuerbare Energien, Greta Thunberg, Videobotschaft-Gebet an den Planeten Thomas D.
  • Besichtigung der Stadt Frankfurt Neue Altstadt, IZB-Bank, Paulskirche, Römer Platz usw.
  • Workshops: Waldführung Oscar Ludwig / Vorbereitung der Wegweiser
  • Workshops: Vorbereitung der Bilder (Plakate) für das Pfad der Nachhaltigkeit / Sportliche Aktivitäten

Ihr Wissen konnten die Jugendlichen in einem Drei-Länder-Quiz testen. In den gemischten Gruppen wurden intensiv die Quizfragen diskutiert, wie etwa „Welches Land hat die höchsten Strompreise?“ oder „Welches nutzt die meisten erneuerbaren Energiequellen?“ An dem Quiz beteiligte sich auch Freigerichts Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz, der anschließend noch zu seinen Vorstellungen befragt wurde, wie in den Gemeinden mit der Umwelt besser umgegangen werden kann.

Aber es wurde nicht nur geredet: Unter der engagierten Mithilfe des lokalen Vereins „Energiestammtisch Freigericht“ konnten die Jugendlichen den Energieverbrauch vieler Haushaltsgeräte selbst messen und dabei Stromfresser und Stand-by-Energiediebe entdecken. Die Messergebnisse und die umgerechneten Stromkosten wurden dokumentiert, um sie auch zu Hause in den Familien noch einmal thematisieren zu können.

Bei einem Ausflug zur nahe gelegenen Ronneburg wurde den Jugendlichen in einer mehrsprachigen Führung das Thema Energiebedarf und Wasserversorgung aus Sicht der Menschen im Mittelalter nähergebracht, mit der Erkenntnis, dass Verschwendung von Energie, Wasser und Lebensmitteln damals undenkbar waren.

Das Thema „alternative Energien“ und insbesondere die E-Mobilität wurden zudem auch sportlich genommen: Bei einer Fahrt in Solardraisinen im Odenwald werden die Batterien der Draisinen zwar mit Sonnenenergie geladen, dennoch mussten die Jugendlichen zusätzlich kräftig in die Pedale treten um die knapp 20 Kilometer Schienenstrecke hinter sich zu bringen.

Schließlich durften die Jugendlichen kreativ werden. Völlig frei in der Themenwahl gestalteten sie Poster mit Aufrufen für eine bessere Welt: „Stoppt die Abholzung der Regenwälder“, „Ja zur Artenvielfalt in Europa“ und „Stop zur Plastikverschmutzung der Erde“ sind nur drei Beispiele von insgesamt zehn Postern. Formuliert in allen drei Sprachen und mit selbstgemalten Bildern versehen wurden diese Poster anschließend laminiert, auf Holzpfosten montiert und an einem vielgenutzten Spazierweg in der Gemeinde Freigericht aufgestellt. Zur Vertiefung der ökologischen Zusammenhänge wurde die Aktion noch ergänzt durch eine Waldwanderung mit Naturparkführer Oskar Ludwig.

Durch den „Nachhaltigkeitspfad“ bleiben die Ideen und Aufrufe der Jugendlichen vor unser aller Augen – den Bürgern aus Freigericht und bei der nächsten Bürgerbegegnung im Jahre 2020 auch den Bürgern der Partnergemeinden!

Die Diskussion wichtiger Umweltthemen in einem europäischen Kontext hat bei den Jugendlichen zu einem vertieften Verständnis für die Herausforderungen, aber auch für gemeinsame Lösungswege beigetragen. Insbesondere durch den praktischen Teil der Energiemessungen haben die Jugendlichen auch ein Gefühl dafür gewonnen, dass jeder einzelne ganz konkret etwas tun kann, z.B. Energie einzusparen, oft sogar ohne dabei auf Lebensqualität zu verzichten.

Text, Logo und Foto: Komitee für Europäische Verständigung Freigericht, Georg Rempeters und Dr. Gerd Posch

So klingt Europa – Sounds of Bocholt

europäischer Jugendcamp 2019

„So klingt Europa – Sounds of Bocholt!“ – unter diesem Motto sammelten die jugendlichen Geräusche im TexilWerk, in der Innenstadt und am Aa-See. Sie nahmen die Laute auf und schneiden sie an Laptops mit einem speziellen Programm zu einer Collage zusammen. Dabei war es spannend, zu sehen, ob und wie die unterschiedlichen Nationen die Geräusche in ihrer Umgebung wahrnehmen.

Das Projekt wurde in Kooperation mit dem LWL-TexilWerk und der dortigen europäischen Ausstellung „Sounds of Chances“ verbunden. Dieses Projekt wurde mit dem Jugendprojekt, an dem viele Nationen teilnahmen, um neue Sounds ergänzt. Nach dem Motto „Es rattert, es brummt, es klingelt…“ haben die Jugendliche Geräusche und töne in ihrer Heimat und während des Camps bei verschiedenen Touren im Museum und in der Innenstadt in Bocholt aufgenommen und zu einer akustischen Collage zusammengeschnitten. Sie erfassten in der Aufgabenerstellung Geräusche aus Alltag, Technik, sozialem Leben etc. In acht nationengemischten Teams präsentierten sie öffentlich zum Jugendcamp-Thema am 19. Juli 2019 im LWL-Textil-Werk ihre Höreindrücke und (interkulturellen) Erfahrungen im Rahmen eines Quiz.

Bürgermeister Peter Nebelo begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am europäischen Jugendcamp.

  

Am Jugendcamp 2019 nahmen 28 Jugendliche aus 9 Nationen sowie 11 Begleiter/innen teil. Die Veranstalter luden je fünf Jugendliche aus jedem Land mit zwei Betreuer/innen ein, das Jugendcamp zu besuchen. Die Suche nach Teilnehmer/innen gestaltet jede beteiligte Stadt unterschiedlich, z. B. mit einem Wettbewerb, mit verdienten Teilnehmer/innen aus Jugendzentren oder per öffentlicher Ausschreibung. Teilnehmen können alle Interessierten, auch mit ggf. gesundheitlichen Einschränkungen. Der finanzielle Aufwand ist bei einer „ERASMUS+-Jugend in Aktion“ und einer städtischen Finanzierung bei einem Eigenanteil in Höhe von 50 Euro für Programm, Unterkunft und Verpflegung niederschwellig angelegt und wird im Ausnahmefall erlassen.

ERASMUS+ & Youthpass

Das EU-Programm „ERASMUS+ JUGEND IN AKTION“ förderte die Jugendbegegnung mit über 22.000 €.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten den europäischen Youthpass. Das Zertifikat ist ein europaweites Anerkennungsinstrument für Menschen, die an geförderten Jugendmobilitätsprojekten aus dem Programm „Erasmus+“ teilnehmen. Es beinhaltet die nichtformalen und informellen Lernerfahrungen, die die Jugendlichen während des Projekts gemacht haben.

Neben der „Geräuschejagd“ haben die Teilnehmenden bei diesem Projekt auch einen Einblick in den musealen Ablauf und die Archivierung von alltäglichen Dingen zu bekommen. Sie hatten eine Aufgabe erhalten, in ihren Heimatländern zu schauen, wie vielfältig Europa klingen kann. Drei Geräusche brachten sie mit und ergänzen diese Sammlung um weitere Geräusche aus Bocholt. In einem Workshop lernten die Jugendlichen, wie man Geräusche aufnimmt und wie man die Sounds zu einer Collage zusammenschneidet. Die Aufgaben für die Jugendlichen wurden in nationengemischten Gruppen durchgeführt. Die Camp-Sprache war Englisch.

Neben den Aufnahme- und Schneideaufgaben lernten sich die jungen Europäer zur Teambuilding im Klettergarten, im Inselbad „BAHIA“ und rund um das Europa-Haus Bocholt kennen. Weitere interkulturelle Teambuildings sorgten für Spaß im Camp. Mit diesem Projekt wurden nicht nur junge Europäerinnen und Europäer über eine gemeinsame Aufgabe zusammengebracht, sondern auch die beteiligten kulturellen Organisationen, Einrichtungen und Städte miteinander vernetzt.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Jugendcamp „So klingt Europa –

Sounds of Bocholt!“ bei der Abschlusspräsentation im Drosselsaal des LWL-TextilWerks Bocholt.

 

Erreichte Ziele

Die Jugendlichen erforschten gemeinsam die Stadt, ihre Geschichte und ihre Entwicklungen aus akustischer Perspektive. Sie gingen damit einen neuen und ungewohnten Weg zur Wahrnehmung unserer Umwelt. Diese Maßnahme bot eine neue Perspektive für das Kennenlernen der Stadt, der anderen Beteiligten und damit die Möglichkeit, neue und unerwartete Gesprächsthemen zu generieren. Die Jugendlichen tauschten sich bereits in der Einführung, aber auch bei der Hörrallye durch Bocholt über ihre eigenen Erfahrungen aus. Alltag, Industrie, Schule, Technik und das soziale Leben ließen sich bei diesem Projekt über das Thema Geräusche erfassen und ansprechen. Nach der erfolgreichen Präsentation der einzelnen Collagen wurde den Jugendlichen der Youthpass überreicht.

Textvorlage und Fotos: © Stadt Bocholt, Petra Taubach